
Extra aus den USA angereist: (v.l.) Hans (82), Paul (84) und Mark (80) Mobius mit Erlbacher Wurzeln (ihr Vater 1922 ausgewandert)
Nun erstrahlt sie in neuem Glanze, schafft mit ihrem ursprünglichen von Friedrich Ladegast geschaffenen Registerwerk für eine hervorragende Klangfülle. Um noch ein paar weitere Schritte an baulichen Reparaturarbeiten der Kirche durchführen zu können, entschied man sich am Freitag, die ausgebauten Zinkpfeifen als Souvenir je nach Größe zwischen 10 und 50 Euro zu verkaufen. Dass diese Idee so großen Anklang fand, hatte wohl sogar Mark Zocher nicht erwartet. Er resümierte:” Es sind schon heute fast keine Pfeifen mehr da…..”, was ein großes Lachen auslöste, denn eine solche Äußerung kann man auch anders verstehen. Der Samstag war einem hervorragenden Orgelkonzert gewidmet. Der Berliner erst 30jährige Organist und Komponist Maximilian Schnaus schuf mit seinen Stücken eine Welle der Anerkennung und Begei- sterung. Er demonstrierte nicht nur sein musikalisches Können, sondern auch, welch phantasischen Klang man dem restaurierten Instrument entlocken kann. Ihm zur Hand gehen mussten dazu zwei weitere Helfer, die nicht nur zeitlich exakt genau die Noten umblätterten, sondern auch die entsprechenden Register zogen. Der Ihnen dafür gegebene Applaus war mehr als verdient, eine Zugabe wurde erklatscht.
Sonntag ist Kirchentag – diesen Grundsatz scheint man in Erlbach wohl zu beherzigen. Auch an diesem Tag war die Kirche voll. Das Thema dieses Festgottesdienstes war die Wiedereinweihung der restaurierten Orgel. Die Predigt hielt Pfarrer Andreas Illgen, erinnerte darin die Besucher, dass Musik ein wichtiger Bestandteil unsere täglichen Lebens ist. Sie führt zusammen und bringt uns Freude in den tristen Alltag, schon seit Jahrhunderten. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst von der Colditzer Kantorei und dem Erlbach-Zschilaer Kichenchor. Es war eine Stunde der Besinnung und des In-sich-Gehens. Um die aufopferungsvolle Arbeit aller zu würdigen, die auf die unterschiedlichste Art und Weise dazu beitrugen, dass diesem historischen Instrument wieder Leben eingehaucht werden konnte, vergaß man nicht ihnen zu danken. Ein paar maßgebliche Personen wurden nach vorn gebeten, um sie mit einem kleinen Präsent, völlig winzig gegenüber ihrer geleisteten Arbeit, zu erfreuen. Unter Ihnen waren vor allem Mark Mobius, Mark Zocher, Gunter Werner und OBM Christoph Rühle. Ein ebensolches “Dankeschön” kam in Form eines reichen Beifalls von den Gästen und Mitwirkenden. Den Abschluss des Tages bildete die Enthüllung einer kleinen Gedenktafel an der Seite der restaurierten Orgel. Friedrich Ladegast hatte seinen Namen 1889 auf ein Brett im Inneren geschrieben. Damit man später noch weiß, wer diesmal mitwirkte, fertigte man diese Tafel an. Der Hauptfinanzier Mark Mobius enthüllte sie im Beisein der Besucher. Es war auch eine seltene Dokumentation früheren Dorflebens. Der Familienname Möbius mit seinen heutigen Nachkommen steht für eine Verknüpfung von Familie, Schule, Kirche und Gemeinschaft, etwas, was man heute leider nicht mehr so oft findet. Damit schloss sich ein einzigartiges Wochenende der Erlbacher Kirchengeschichte.
Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen; aber Gott hat das Gedeihen gegeben. 1. Korinther 3,6